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Geschichte

Geschichte

Älteste Erwähnungen und frühe Geschichte

Die ersten schriftlichen Erwähnungen eines Herrensitzes in Žinkovy stammen aus dem späten 14. Jahrhundert. Im Jahr 1525 wird das Schloss Žinkovy erstmals urkundlich als Adelssitz erwähnt. In dieser Zeit gewann die Anlage zunehmend an Bedeutung und wurde nach und nach im Stil der Renaissance und später des Barocks umgestaltet. Ursprünglich hatte das Schloss den Charakter einer Wasserburg bzw. einer befestigten Wasserfeste mit Wassergraben, der vom Teich Labuť gespeist wurde. Zur Anlage gehörten außerdem eine Zugbrücke, Stützpfeiler und ein Wehrturm.



Barockzeit unter der Familie Vrtba

Im 17. und 18. Jahrhundert befand sich das Schloss im Besitz der Familie Vrtba.



1883: Erweiterung unter Graf Jan Nepomuk von Harrach

Nach einer längeren Phase ohne größere bauliche Veränderungen kam es 1883 zu einer bedeutenden Erweiterung. Graf Jan Nepomuk von Harrach ließ an der Nordseite des Schlosses einen neuen Gebäudetrakt errichten.



1897–1898: Radikaler Umbau durch Karl Ritter Wessely

Seine größte Veränderung erfuhr das Schloss Ende des 19. Jahrhunderts. Der Wiener Architekt und Baurat Karl Ritter Wessely ließ das Schloss nach Plänen des renommierten Architekturbüros Fellner & Helmer umbauen – eines der bedeutendsten Architekturbüros der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Die Architekten, die unter anderem für den Bau der Staatsoper in Prag sowie zahlreicher Theater und Konzertsäle in ganz Europa bekannt sind, verliehen dem Schloss sein märchenhaft-romantisches, historistisches Erscheinungsbild. Die ursprüngliche Festungsanlage verschwand, der Wassergraben wurde zugeschüttet und es entstand ein repräsentativer Sommersitz, umgeben von einem neu angelegten Schlosspark.




1916: Dr. Karel Škoda und ein neues Kapitel

Bereits der Arzt František Škoda, Vater des berühmten Gründers der Škoda-Werke Emil Škoda, hatte Interesse an dem Schloss gezeigt. Emil Škoda bemühte sich schon Ende des 19. Jahrhunderts um dessen Erwerb. Tatsächlich gelang der Kauf jedoch erst seinem Sohn Karel im Jahr 1916.

Dr. Karel Škoda richtete sich hier ein privates Appartement ein und ließ die repräsentativen Innenräume modernisieren. Die Familie Škoda zählt zu den bekanntesten Eigentümern des Schlosses.



Nach 1945: ROH und die Ära als Erholungszentrum

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging das Schloss in den Besitz der Revolutionären Gewerkschaftsbewegung (ROH) über. Es diente als Erholungszentrum für ausgewählte Arbeitnehmer. In den 1960er-Jahren wurden die Innenräume entsprechend dieser neuen Nutzung umgestaltet.

Im Schlosspark am Teich entstanden Bungalows, Parkplätze, ein Volleyballplatz sowie weitere Sport- und Freizeiteinrichtungen.



Nach 1990: Verfall und Wiederbelebung

In den 1990er-Jahren verfiel das Schloss zunehmend. Später wechselte es mehrfach den privaten Eigentümer, wobei nach und nach mit seiner Restaurierung und Erneuerung begonnen wurde.

Im Frühjahr 2025 wurde das Schloss von Lázně Poděbrady erworben und wird seitdem schrittweise wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Persönlichkeiten und Familien, die mit dem Schloss verbunden sind
Přibík von Klenová – Angehöriger des hussitischen Adels und Teilnehmer an der Schlacht bei Lipany
Familie Vrtba – war mehr als 100 Jahre lang Eigentümer des Schlosses
Jan Nepomuk von Harrach (1828–1909) – Patriot und Mäzen, der unter anderem den Bau des Nationaltheaters in Prag unterstützte. Er besaß Žinkovy von 1883 bis 1897
Karl Ritter Wessely (1841–1912) – Wiener Architekt und Baurat, der dem Schloss sein heutiges Erscheinungsbild verlieh
Dr. Karel Škoda (1878–1929) – Sohn des Gründers der Škoda-Werke; er modernisierte die Innenräume und nutzte das Schloss als Familiensitz